Editorial der Audioausgabe Februar 2026

Shownotes

Die Erkenntnis, dass wir als Patienten mehr für unsere eigene Heilung tun können, als die Schulmedizin es uns oft glauben lässt, ist eigentlich nicht neu. Doch leider müssen wir feststellen, dass das längst fällige Umdenken im Gesundheitswesen immer noch nicht stattgefunden hat. Dabei weiß man aus der Forschung, dass Patienten, die während ihrer Erkrankung gut für sich selbst sorgen können, d. h. ihren Bedürfnissen nah sind und sie dementsprechend umsetzen, und die eine wertschätzende Haltung des behandelnden Arztes erfahren, eine größere Chance auf Heilung haben als Patienten, die sich entmündigen lassen und die Verantwortung für ihre Genesung vollständig in die Hände ihres Arztes geben.

Daher sollten wir uns stets daran erinnern: Wir haben selbst das Zepter in der Hand. Wir sind es, die am besten spüren, was uns guttut: welche Art von Therapie, welche Art von Ernährung, welche Art von Bewegung, welche Art von Fürsorge und welche Art von Rückzug. Wir sind es, die tief in uns die Fähigkeit tragen, uns den Anforderungen unserer Erkrankung zu stellen und die Verantwortung für unsere Genesung selbst zu übernehmen. Doch leider findet die Kompetenz des Patienten im modernen Gesundheitswesen kaum ihren Platz. Im Vordergrund steht häufig ausschließlich die medizinische Fachkompetenz, der
Arzt in Weiß, der allein weiß, wie der Weg der Heilung auszusehen hat.

Ärzte, die eine partnerschaftliche, von Vertrauen getragene Beziehung zu ihren Patienten aufbauen und diese in den Mittelpunkt stellen, können immer wieder über Heilungen berichten, die laut Krankheitsprognose nicht zu erwarten gewesen wären. Sie werden Zeuge der unglaublichen Kraft der Selbstheilung, die, wenn sie aktiviert wird, wahre Wunder bewirken kann.

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